Angsthund

Poppy – Schritt für Schritt in das Leben ohne Angst..

Poppy wurde auf der Strasse gefunden. Sie war eine unter vielen Strassenhunde den eine Tierschützerin gefüttert hat. Einige Anwohner wollten diese Hunde nicht dort, deshalb wurden sie gescheucht und geschlagen und irgendwann ist Poppy aufgefallen weil sie ein viel zu enges Halsband hatte man versuchte sie einzufangen um sie von dem Halsband zu erlösen aber sie ist immer entwischt weil sie Panik hatte das sie wieder geschlagen wird,sie traute den Menschen nicht. Sie wusste nicht mehr wer ihr gutes oder schlechtes tun wollte. Irgendwann hat jemand von den Anwohnern die Hundefänger von der Gemeinde gerufen und so kam Poppy zusammen mit den anderen Hunden darunter auch Sandrinha und Pitch in die Tötung in März 2010. Vielleicht gibt es irgendwo auf dieser Welt einen Menschen, der die Geduld und Zeit hat, Poppy zu zeigen, dass das Leben auch schön sein kann. Leider ist die Tötung für Hunde, die mit dem Menschen sehr schlechte Erfahrung gemacht haben die reinste Hölle. Gerade solche Hunde brauchen viel Liebe und Zuwendung, die ihnen die freiwilligen Helfer unserer Partnerorganisation leider nicht geben können, weil es einfach zu viele Hunde sind. Nur 1 Mal am Tag, für max 10 min, während die Zwinger ausgewaschen werden, können die Hunde ihre viel zu kleinen Zwinger verlassen. 10 Minuten, die für ein Tier, das laufen und springen möchte, ein Geschenk des Himmels ist.

„Hallo,

wir sind Jörg und Alina Rodinger. Wir sind sehr hundelieb und haben lange Zeit mit dem Gedanken gespielt, endlich einen Hund zu uns nach Hause zu holen. Wir wollten unbedingt einen Hund aus einem Tierheim holen, denn gerade diese Hunde haben es verdient, ein warmes, sicheres und liebevolles Zuhause bekommen zu dürfen! Gedacht… Gesagt…. Getan!!! Als wir unsere Poppy auf den Bildern im Internet gesehen haben und ihre traurige Geschichte erfuhren, war uns klar – sie ist es!!! Natürlich wussten wir, dass es nicht einfach sein wird. Es ist eben kein Hund, der gleich zu uns kommen, kuscheln und schmusen und gassi gehen und aus der Hand essen und folgen und gehorchen würde…. Umso mehr wollten wir die Poppy haben – in erster Linie für SIE und nicht für uns! Wir erfuhren, dass Poppy eine Portugiesin ist Hm…. Sollen wir auf einen Flugpaten warten? – dachten wir uns… oder die kleine Maus selbst holen? Haben wir lange überlegt? – NEIN! Gedacht… Gesagt… Getan….!!!
Am 26.01.2013 ist mein Mann nach Lissabon geflogen, um Poppy abzuholen und ihr nicht nur die Tür von ihren Zwinger aufzumachen, sondern die ganz große Tür ins neue Leben!!!

Am 27.01.2013 habe ich die beiden am Münchner Flughafen empfangen. Poppy war voller Angst und Anspannung… Aber ganz ruhig und eher abwesend. Auf dem Weg nach Hause (ca 2,5 Stunden) hat die Kleine Maus sich 2 Mal übergeben schließlich war sie schon seit 12 Stunden unterwegs!!! Bei uns angekommen, hat sie gleich ihr Bettchen entdeckt und sich darin verkrochen. Das wars dann für den Abend…. Wir haben sie in Ruhe gelassen. Ist auch verständlich – sie muss erstmals ankommen! Die Strapazen des Transportes hat sie erstaunlich gut überstanden.
28.01.2013 – Montag… aber wir gehen heute nicht arbeiten J Wir haben beide Urlaub genommen, schließlich wollen wir den ersten Tag mit unserer Poppy verbringen. Gleich morgens waren wir draußen. Beim Anlegen der Leine haben wir enorme Schwierigkeiten gehabt, denn sobald man sich der Poppy nähert oder die Hand ausstreckt, erwartet sie Schläge und Tritte und flüchtet verzweifelt vor uns…. Die Situation muss man ganz langsam und ruhig auf sich einwirken lassen… Man fühlt ja mit dem armen Wesen und leidet mit und so entsteht automatisch Aufregung und Nervosität. Und das ist Falsch!!! Ich als Frau musste jetzt anfangen zu lernen, meine Emotionen ein wenig zurück zu halten, um Ruhe und Sicherheit auszustrahlen. Während ich das gelernt hatte, hat mein Mann die Leine angebracht gehabt und dann gings los nach draußen. Also mein Mann ist da viel ruhiger, daher hat er mir viel beibringen und helfen können. Wichtig ist – dem Hund nicht ständig in die Augen schauen, gerade aus laufen, Schulter nach hinten und Kopf hoch. Keine Töne voller Mitleid. Nur Lob, wenn sie sich richtig verhält, ansonsten haben wir irgendein Schwachsinn miteinander geredet, Hauptsache ein Gespräch geführt, um so auf andere Gedanken zu kommen, und das hat geholfen sich abzulenken. Und siehe da, beim zweiten Spazierganz, hat Poppy schon öfters ihre Nase auf dem Boden und an Gebüschen gehabt. Natürlich ist sie immer noch ängstlich, duckt sich fast zu Boden und schaut voller Angst zu uns hoch. Ignorieren! Kein Mitleid haben in diesem Moment. Wir haben die Erfahrung gemacht, sobald wir auf diese ängstliche Blicke eingegangen sind, ist sie durchgedreht, hat gezogen, sich im Kreis gedreht und rum gesprungen, sich befreien wollend. Aber wenn wir einfach weiter miteinander reden und gerade aus laufen, merkt sie, dass wir bescheid wissen wo es lang geht, wir führen sie und sie geht dann einfach mit. An diesem Tag waren wir insgesamt 3 Mal draußen. Die Leine ist jedes Mal eine schwierige Geschichte gewesen, aber, wie gesagt, Ruhe bewahren und die Sache durchziehen. Nur durch eine ruhige Routine lernt die Poppy, dass es keine Schläge und Tritte gibt, wenn wir uns ihr nähern oder die Hände zu ihr ausstrecken. Das braucht Zeit…. Die nehmen wir uns!

29.01.2013 Wecker klingelt. Es geht wieder nach draußen. Wieder dieses Misstrauen, sie rennt weg, rutscht auf dem Parkett, bekommt Panik. Mein Mann läuft einfach hinterher und wir unterhalten uns währenddessen über unser Frühstück, somit beruhigen wir uns selbst, denn befehlen kann man sich nichts, man muss paar Tricks finden, um sich selbst auszutricksen J Und ein nebenbei stattfindendes Gespräch hilft uns, unser Fokus nicht so arg auf den Hund zu richten, sondern bisschen lockerer zu sein und zu wirken. Nach dem Gassi gehe ich für einen halben Tag ins Geschäft. Mittags komme ich wieder, wir gehen zusammen wieder nach draußen. Danach essen wir zusammen und ich bleibe bei der Poppy. Mein Mann geht für einen halben Tag arbeiten. Und abends gehen wir wieder als eine Familie nach draußen. Wir denken, dass es wichtig ist, dass sie uns als Familie kennen lernt und merkt, dass wir zwar nicht immer und zusammen zuhause sind, aber die meisten Spaziergänge wollten wir zusammen durchführen. Immer wieder nehme ich die Leine selbst in die Hand und führe Poppy paar Minuten. Dann übernimmt mein Mann… Wir reden wieder J Poppy bleibt alle paar Meter stehen und schnuppert. Mein Mann sagt: „sie liest grade ein Buch! Da hat ein Rüde geschrieben, wie alt er ist und wie groß…“ J Wir können noch nicht mit Leckerlies arbeiten, denn sie nimmt noch gar nichts aus unseren Händen, sie hat ja Angst vor uns und unseren Händen. Zuhause angekommen, legte sie sich in ihr Bettchen und hat ganz tief geschlafen. Natürlich würden wir uns freuen, wenn wir zu ihr hin gehen und mit ihr kuscheln könnten. Und es tut uns leid, sie so ängstlich zu sehen. Aber wir haben Geduld. Und ganz ehrlich: dieses leises Atmen und ab und zu mal Schnarchen von ihr gibt uns so ein schönes Gefühl und Bestätigung – wir haben alles richtig gemacht!

30.01.2013 Heute wechselten wir uns wieder mit dem Arbeiten – halben Tag ich, halben Tag mein Mann. Wieder morgens Gassi gehen, mittags und abends. Nach dem abendlichen Spaziergang, ging Poppy plötzlich nicht in ihr Körbchen, sondern hat sich ganz arg von dem Regenwasser geschüttelt und stand weiterhin im Flur und hat uns beobachtet. Wir sind im Flur geblieben und haben so getan, als ob wir sie nicht sehen würden. Einfach irgendwas geredet und geredet. Immer wieder kam sie vor und ging wieder schnell ins Zimmer, paar Sekunden später kam sie wieder, schnupperte an den Jacken und Schuhen im Flur und ging wieder…. Und bei jedem neuen Rauskommen traute sie sich immer näher an uns, immer noch wachsam und ängstlich, aber immer neugieriger. Das Gefühl, das wir dabei empfanden, ist nicht mit Worten zu beschreiben. Unsere kleine Maus erwacht langsam zum richtigen Leben! So ging das Ganze bestimmt ca eine Stunde lang… Danach sind wir ins Wohnzimmer gegangen und haben uns auf die Couch hingesetzt. Sie stand vor uns und ging nicht zurück. Und siehe da – Poppy hat ganz langsam ihre Pfoten auf der Couch abgestellt und hob ihren Hintern hinterher. Sie lag auf der Couch, uns gegenüber, und schaute uns ganz entspannt an. Wir waren sprachlos. Würden wir nicht wollen, dass sie einen Platz auf der Couch hat, hätten wir sie sanft korrigiert, aber da wir eh für sie ihre Decke am Ende von der Couch hingelegt hatten, damit sie ihr Plätzchen auch in unserer Nähe haben kann, haben wir sie natürlich liegen lassen und den Anblick genossen! Aber die Sache mit der Couch ist natürlich jedem selbst überlassen.

31.01.2013 Wir gehen heute beide arbeiten. Als der Wecker geklingelt hat, hörten wir, wie die Poppy im Wohnzimmer rumläuft…Leine an und ab geht’s nach draußen…immer noch schwierig die Leine anzulegen…Als wir zurück kamen und angefangen haben uns fertig zu machen, war die Poppy die ganze Zeit im Schlafzimmer und hat uns beobachtet. Sie kam paar mal an meine Füße und schnupperte neugierig… Aber ihre Angst ist immer noch da, so dass sie hin und her läuft – zwischen ihrer Angst und Neugier….. Wir haben eine Webcam gekauft, um die Poppy vom Geschäft aus beobachten zu können… Aber sie schläft die meiste Zeit. Sie spielt nicht, sie isst keine Leckerlies und auch rumlaufen will sie so gut wie gar nicht… Wir haben das Gefühl, dass sie sich von den ganzen Strapazen der letzten Jahre so richtig ausschlafen möchte. Man merkt auch, dass sie hin und wieder schlechte Träume hat.. Die arme Maus…. Abends hat mein Mann die Poppy am Kopf gestreichelt… Ihre Haltung war anfangs sehr angespannt, nach und nach aber schloss sie die Augen und atmete ganz ruhig…

01.02.2013 Poppy sagt „Guten Morgen“…Als der Wecker heute geklingelt hat, ist Poppy direkt in unser Schlafzimmer gegangen und hat sich vorm Bett hingesetzt und uns ganz neugierig angeschaut… Zwischendurch nenne ich sie bei Namen oder mit irgendeinem Kosenamen, aber die meiste Zeit versuchen wir sie zu ignorieren, damit sie sich bei uns frei entfalten kann und nicht ständig auf Abwehr eingestellt ist. Diese Abwehr würde ja automatisch kommen, denn sie kennt uns nicht und würde erstmals total abblocken, wenn wir ständig ihr auf die Pelle rücken würden, auch wenn dies lieb gemeint wäre…. Abends kamen unsere Freunde zu Besuch mit einem kleinen Baby, das noch nicht laufen kann. Wir haben überlegt, dass wir es gar nicht sooo lange raus ziehen wollen mit unseren Freunden, denn sie soll gleich mitbekommen, dass es Leute in unserem Haus gibt, die ihr noch fremd sind, aber ihr absolut nichts tun. Natürlich haben wir diese unterrichtet, dass sie die Poppy nicht anschauen, nicht anfassen und mit ihr nicht sprechen dürfen. Es hat wunderbar geklappt. Als unsere Freunde rein kamen, hat sie sie sogar im Flur gegrüßt. Sie ist im Flur geblieben, solange sie sich ausgezogen haben und dann ging sie in ihr Körbchen. Wir haben gegessen, gelacht, geredet, fern geschaut… Das Baby hat zwischenzeitlich geweint, dann wieder gelacht usw… Was hat Poppy gemacht? – GESCHNARCHT!!!!! Das Ganze drum herum hat sie nicht sonderlich interessiert. Wir waren sooo glücklich!!!!

02.02.2013 Der Tag verlief gut, Poppy hat wieder viel geschlafen und zwischendurch durfte sie die Welt da draußen vorsichtig erkunden. Abends kam ich nach Hause und wir haben es uns auf dem Sofa bequem gemacht… Ich traute mich heute, die Poppy zu streicheln. Ich denke, ich im Gegensatz zu meinem Mann bin etwas nervöser und habe das Gefühl, dass sie nicht so wirklich bei meinem Streicheln sich entspannen kann…. Bei meinem Mann dagegen hat sie ihren Kopf in seinen Arm rein gedrückt und sich total entspannt. Aber diese Haltung ist trotzdem noch kein dauerhafter Zustand, sondern ein paar kostbare Sekunden, die wir zusammen genießen können, bevor es wieder mit bisschen Abstand und Geduld weiter geht.

03.02.2013 Heute gab es den ersten Handkuss!!!! Ich legte ein bisschen Leberpastete (extra für Hunde aus dm-Markt) vor ihrer Nase auf die Decke. Diesem Geruch konnte sie nicht wiederstehen!!!! Und als sie das Stückchen abgeleckt hat, habe ich gleich meine Finger mit noch mehr von der Leberpastete beschmiert und ihr direkt vor die Nase gehalten… Dabei muss man aufpassen, dass man sich nicht von oben nach unten duckt, sondern in die Hocke geht oder sich auf den Boden setzt, um mit dem Hund auf einer Höhe zu sein… Sie konnte nicht wiederstehen und hat genüsslich mit geschlossenen Augen meine ganze Hand abgeschleckt… War das schööööön!!!!! Und am Abend kam meine Freundin zu Besuch – Poppy blieb auf ihrem Platz auf der Couch und schlief die ganze Zeit durch. Ich finde aber gut, dass sie trotzdem die Gerüche und Geräusche wahr nimmt. Hauptsache, man berührt und bedrängt sie nicht. Abends habe ich mich wieder getraut die Poppy zu streicheln, ruhig, entspannt aber nicht ängstlich.. Und sie ist sogar dabei eingeschlafen!!!!! Eine wunderschöne Erfahrung!!!! Und noch eine Neuigkeit haben wir! – Sie hat einmal gebellt, als sie kurz vorm Gassi gehen aufgedreht war. Ganz kurz und nur einmal, aber so richtig hundisch J

KW06 Poppy ist immer noch sehr angespannt und ab und an sogar panisch wenn es darum geht die Leine anzulegen. Diese Prozedur erfordert sehr viel Zeit und Geduld. Man darf auf keinen Fall selbst panisch reagieren, denn das puscht den Hund nur noch mehr hoch. Durch unsere Webcam beobachten wir die Poppy in der Zeit, in der wir nicht zuhause sind. Wenn wir nicht da sind, liegt sie ganz entspannt auf ihrem Platz auf dem Sofa und schläft… Ab und an wacht sie auf, um sich rum zu schauen, bisschen zu schnuppern, sich zu strecken und wieder einzuschlafen… Und auch abends liegt sie in unserer Anwesenheit total entspannt und beobachtet uns oder sie schläft einfach. Es gab schon den ersten Hundebesuch bei uns daheim und anschließend den gemeinsamen Spaziergang. Beim Spaziergang war Poppy nicht sonderlich an dem anderen Hund interessiert, zuhause aber hat sie den „Fremdling“ nicht auf ihr Sofa gelassen, indem sie ganz dezent geknurrt hat. Der andere Hund hat es akzeptiert, aber als Rache das ganze Futter von Poppy weg gegessen und das Wasser leer getrunken Demnächst planen wir weitere Spaziergänge mit den Hunden unserer Freunde …. Uns gegenüber ist die Poppy nach wie vor misstrauisch, lässt sich aber problemlos auf dem Kopf und hinter den Ohren streicheln. Es dauert seine Zeit, bis sie begriffen hat, dass diese Kuscheleinheiten wunderschön sind und von den Menschen kommen, die sie abgöttisch lieben und sie immer beschützen werden!

KW 8 Wir haben einen Trick gefunden, damit es mit dem Anleinen besser klappt. Wir kauften eine ganz kurze weiche Leine, die immer an Poppys Geschirr dran bleibt. Sie stört sie nicht. Wir können aber diese Leine in jedem Moment schnappen und sie nach draußen führen. Denn draußen setzt sie sich immer an die Türe und wartet bis man die richtige Leine anlegt. Und wenn wir zurück kommen, wechseln wir die Leinen wieder an der Tür. So haben wir kein panisches Hin und Herr Rennen mehr… Die Poppy entspannt sich immer mehr. Sie streckt ihren ganzen Körper aus und schläft so ein. Manchmal hören wir sie im Schlaf „heulen“ und hoffen, dass es keine schlimmen Alpträume sind. Ihren Platz auf der Couch mag sie am meisten – da ist das Körbchen nicht mehr so interessant J Und obwohl sie noch uns gegenüber sehr unsicher ist, will sie offensichtlich ständig in unserer Nähe sein, nämlich auf der Couch und im Bett J

KW 9 Ich habe eine leichte Erkältung bekommen und musste 2 Tage zuhause bleiben. Das war auch für Poppy sehr schön, dass jemand gaaaaanzen Tag bei ihr war. Sie hat sich sehr wohl im Bett gefühlt, so nah bei mir… Und es gab auch was Leckeres – gekochtes Hühnchen. Langsam überwiegt die Lust auf etwas Leckeres die Angst und Unsicherheit es sich zu holen oder von uns anzunehmen. Immer mehr setzt sie ihre Nase ein und man sieht, wie ihre Augen leuchten… Das tut gut zu sehen, dass die Maus langsam auftaut. Aber man darf nicht so gierig mit den Erwartungen werden – wir müssen immer noch sehr geduldig sein…

KW10 Wir üben fleißig mit meinem Mann die Poppy zu uns zu locken. Wieder ist gekochtes Hühnchen im Einsatz. So ganz vorsichtig kriecht sie zum leckeren Stückchen hin J wir verteilen die Stückchen auf unseren Beinen, Armen und auf dem Bauch. Die Poppy kann diesem Geruch nicht widerstehen und sammelt brav fast alle Stückchen auf. Nur wenn diese ganz nah am Gesicht sind, traut sie sich nicht so ganz… Poppy bekommt jeden Tag Streicheleinheiten. Auch wenn sie sie immer noch sehr unsicher dabei ist, denke ich, dass es wichtig ist, ihr unsere Nähe beizubringen. Wichtig ist, das Streicheln frühestens erst dann abzuschließen, wenn sie sich entspannt hat, auch wenn dies sehr lange dauert J Die Zeit muss man sich nehmen. Ich lobe sie immer dabei in hohen Tönen.

KW11 Poppy fängt langsam an, Gefallen am Gassi-Gehen zu finden. Sie schnuppert ganz viel und ist sehr neugierig. Leckerli nimmt sie noch nicht draußen, weil es doch noch sehr viele Reize um sie herum sind und wir können uns noch nicht zu ihr runter beugen – da bekommt sie noch leichte Panik. Trotzdem läuft sie meistens „bei Fuß“ – da hat sie keine Angst vor unserer Nähe. Am wohlsten fühlt sich die Poppy, wenn wir alle drei auf der Couch liegen und fern sehen oder lesen… Da legt sie sich auf ihren Platz hin und seufzt ganz tief und schläft dann ein. Immer wieder schnuppert sie an unseren Füßen und Beinen. Ich muss ständig mit mir selbst kämpfen – denn am Liebsten würde ich sie packen und die ganze Schnauze abknutschen. Jetzt geht es aber leider noch nicht. Doch wenn der Zeitpunkt gekommen ist, gibt es kein Zurück mehr!!!! Da wird jede einzelne Sekunde nur gekuschelt und geküsst! Hihi

KW12 Wir haben einen riesen Fortschritt – Poppy läuft selbständig nach draußen, sobald man „Gassi“ sagt und ihr die Haustüre aufmacht. Natürlich sollte man hier aufpassen, denn der Hund ist in diesem Moment nicht angeleint. Wir können es nur deswegen machen, weil sie sich an die Haustüre presst sobald sie draußen ist und wartet bis man sie anleint , außerdem ist immer die „Hausleine“ noch dran, die man noch erwischen würde. Wir probieren es gerade täglich mit Bachblüten – spezielles Mittel zur Beruhigung, Entspannung und Lockerung… Diese Tropfen werden speziell auf den jeweiligen Hund abgestimmt, um gezielt die Probleme zu verringern oder gar zu bekämpfen. Die Tropfen werden am besten direkt unter die Lefzen gegeben… Hm, dachte ich, das könnte spaßig werden…. Als wir die Tropfen bekommen haben, wollte ich es gleich ausprobieren. Die Pipette genommen, mich seitlich zu der Poppy hingesetzt (da senkte sie gleich ihren Kopf) und die Pipette unter die Lefze geschoben… Starr vor Panik hat sich die Poppy keinen Millimeter bewegt, so dass die ganze Flüssigkeit im Mund geblieben ist. Ich habe sie ganz arg gelobt und siehe da – beim nächsten Mal ist sie schon viel entspannter und lässt es problemlos mit sich machen. Wir sind ganz stolz auf unsere Maus.

KW13 Der Poppy reicht es nicht mehr einfach auf ihrem Platz auf der Couch bei unseren Füßen zu liegen J Sobald wir uns auf die Couch hinsetzen (bei unserer Couch eher hinlegen) macht sie sich zu einer Schlange und kriecht stückchenweise an der Lehne entlang zu uns hoch. Das ist soooo süß!!!!!!!!!! Dann bei meinem Bauch angekommen, legt sie ihren Kopf da drauf oder ab und zu drückt sie den Kopf in mein Bein rein und dann bildet sich auf meiner Hose ein großer nasser Fleck von ihrer Nase!!!! Vielleich wegen den Tropfen? Jedenfalls kommt das gekochte Hühnchen weiter zum Einsatz. Wir wollen, dass Poppy von der Couch zu uns runter springt und ihr Hühnchen selbst holt, das klappt noch nicht so ganz, obwohl man ihr anmerkt, dass sie immer mehr den Körper dabei nach vorn bewegt, wird aber dann doch von ihren Zweifeln gepackt und bleibt geduldig auf der Couch bis das Hühnchen zu ihr kommt. Aber das kriegen wir noch hin J

April 2013 Wir kuscheln immer mehr!!! Man kann die Poppy sogar schon am Bauch streicheln. Beim Gassi gehen macht sie seit kurzem riesen Sprünge nach vorn, als ob sie jagen würde und der Schwanz wedelt hin und her J Nur wenn andere Hunde vorbei laufen, ist Poppy ganz arg misstrauisch und will immer auf die andere Straßenseite wechseln… An fremden Menschen läuft sie im Bogen vorbei, will aber hinten rum dann doch ein wenig schnuppernJ. Vor paar Tagen hat Poppy angefangen Vögel zu jagen und ist immer ganz enttäuscht wenn die Leine ganz draußen ist und sie nicht mehr vorwärts kommt… In diesen Momenten ist sie ein ganz normaler Hund ohne eine Spur Unsicherheit…. Mittlerweile empfängt Poppy uns im Flur wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen und fiepst ganz leise. Ich denke, sie begrüßt uns so. Auch wenn wir kochen, traut sich die Poppy immer näher zur Küche. Sie hat verstanden, dass alle leckeren Sachen aus der Küche stammen J Mittlerweile springt die Poppy auch runter von der Couch wenn man sie mit Leckerli lockt und holt sich das Leckerli, zwar noch ängstlich oder unsicher, aber sie macht das. Kuscheln wird immer vertrauter. Ich halte oft mit meiner Hand ihre Schnauze von unten und massiere sie leicht dabei. Ihr Kopf wird immer schwerer, denn sie schläft so in der Luft auf meiner Hand ein!!! Sooo schön!!!! Aber auch wenn meine Hand auf der Couch liegt, legt sie sich meistens so hin, dass sie ihren Kopf direkt da drauf legt und dann schläft sie so ein J Ab und zu fängt Poppy an, sich auf der Couch oder im Bett rum zu wälzen, seitlich und auf dem Rücken… Dabei hat sie vor kurzem die Fernbedienung entdeckt und diese auch gekostet J Als der Fernseher auf einmal anging war sie etwas überrascht und lies die „Zähne“ davon J Desweiteren wurden auch schon ganz kurz USB-Kabel gekostet, aber auch eher sporadisch und nicht mit zerstörerischen Absichten. Ich glaube, dass die Tropfen ihr wirklich helfen, sich einfach mal zu entspannen.

Poppy kommt schon von dem Sofa runter, wenn man sie ruft. Zwar immer noch ängstlich, aber sie überwindet sich nach paar Anläufe. Zum ersten Mal kam sie selbstständig ins Kinderzimmer und legte sich neben uns hin. Die Tochter von meinem Mann hat sie sogar gestreichelt und Poppy ist liegen geblieben. Obwohl die Poppy noch so Angst vor uns hat, kann sie gleichzeitig nicht weit entfernt von uns sein und folgt uns überall hin. Sobald wir uns irgendwo hingelegt oder hingesetzt haben (absolut egal wo) kommt sie mittlerweile und nimmt Platz neben uns. Eine Decke ist dann große Hilfe. Denn sie weiß schon, dass man auf der Decke liegen kann. Auf den Boden hat sie sich noch nicht hingelegt gehabt J

Mittlerweile nimmt Poppy das gekochte Hähnchen aus meinem Mund. Bei meinem Mann traut sie sich dies noch nicht, aber bei mir zögert sie nicht mal. Auch die Türe ins Schlafzimmer, die nicht fest zugemacht ist, öffnet sie mit ihrer Nase ganz vorsichtig und schleicht sich rein J Was sie ganz arg mag, ist wenn ich ihr den Bauch streichele, da macht sie ein Bein zur Seite, damit ich besser dran komme und schläft dabei fast ein… Sie ist sooo süß dabei!!!

Wir dachten immer, dass Poppy nur schläft, wenn wir nicht da sind. Aber auf einmal entdeckten wir eine angeknabberte Ecke bei einer Schachtel die auf dem Boden stand. Ich hoffe es hat geschmeckt!!! Heute war es sooo schön auf dem Balkon, ich habe Poppy mit raus genommen und ihr ihre Decke auf den Boden hingelegt. Dann legte sie sich da drauf und entspannte sich total… Zum ersten Mal hat sie so richtig die Sonne genießen wollen! Ich nehme Poppy jetzt allgemein mit überall hin. Ich ziehe mir einen Gürtel an und hänge ihre leichte Stoffleine da dran, so dass ich die Leine nicht mit der Hand halten muss. Und so läuft sie mit mir überall im Haus mit. Das macht sie zwar ängstlich, aber zieht nicht in Gegenrichtung. Ob Küche, Wäscheraum oder Badezimmer – überall muss sie mit. Aber nicht arg lange, und immer wieder Pausen gönnen. Nach der gestrigen ersten Übung ist sie so geschafft gewesen, dass sie ihr Essen erst später entdeckt hat J

Poppy geht schon absolut selbstständig im Haus mit mir rum, auch die Treppe runter. Sie kommt immer mit mir in den Waschraum und wartet geduldig, bis ich die ganze Wäsche abgehängt habe und neue hingestellt…. Dann folgt sie mir ins Schlafzimmer und beobachtet, wie ich die trockene Wäsche in den Schrank einräume. Mittlerweile will sie einfach überall hin, wo ich hingehe, das finde ich sooo toll!!!! Nur bei meinem Mann ist sie noch ängstlich… Lässt sich aber auch von ihm streicheln. Poppy hat es gelernt, dass es in der Küche immer leckere Sachen gibt und steht direkt hinter uns in der Küche, wenn wir kochen. Auch beim Essen steht sie am Tisch. Sie macht keine Geräusche, wartet nur geduldig bis etwas runter fällt Was die Poppy sehr gern macht, ist unsere Joghurt-Becher ausschlecken

Wir haben so schönes Wetter und wir nehmen Poppy mit in den Garten, sie läuft schon rum und schnuppert am Zaun entlang… Immer wieder versucht sie aber wieder ins Haus zu flüchten…. L Auch Fremde sind noch nicht wirklich willkommen bei Poppy. Trotzdem haben wir permanent Besuch, damit sie sich daran gewöhnt. Spielzeug ist auch noch etwas Fremdes, wir hoffen es kommt irgendwann…. Mit anderen Hunden will Poppy nichts zu tun haben und macht einen großen Bogen um sie…. Sie ist aber nicht aggressiv und hat mittlerweile auch keine totale Panik, wenn sie einen Hund sieht. Sie meidet den Kontakt aber nach wie vor… Mein Mann fährt jetzt fast jeden Tag mit Poppy Fahrrad, so dass sie sich richtig austoben kann. Wenn sie dann zurück kommt, will sie gleich schlafen… Aber auch ich mache mit ihr mittlerweile Rennen auf der Straße, sie überholt mich mit wedelndem Schwanz und bleibt vorne stehen und wartet bis ich nachgekommen bin J Da ich dabei sehr laut lache, merkt sie, dass es was Tolles ist und fordert mich schon fast auf, immer wieder mit ihr zu rennen – nur ist es schwierig für mich da immer mithalten zu können. Bei diesem schönen Wetter habe ich Wasser in den Deckel von unserem Sandkasten gefüllt und mit Würstchen die Poppy da rein gelockt. Wichtig dabei ist nicht zu ziehen, nicht zu zwingen und nicht laut zu werden.. Ganz langsam, immer näher… Als das Würstchen schon fast weg gefuttert war, praktisch beim letzten Stückchen, ist Poppy komplett rein gegangen ins Wasser und ist drin stehen geblieben. Dann habe ich sie getreichelt und immer wieder mit dem Wasser aus dem Deckel sie leicht nass gemacht, aber streichelnd… Am nächsten Tag haben wir das wiederholt, nur dass ich das Würstchen ganz oben gehalten habe, so dass Poppy hoch springen muste und das Wasser hat überall gepritzt. Das hat ihr aber nichts ausgemacht und wir haben es paar Mal wiederholt. Danach war sie ganz nass und ist wie die Wilde durch den Garten gerannt J