Tipps für Neuankömmlinge

„Hallo,

mein Name ist Pucca und ich danke Ihnen, dass Sie sich entschieden haben, einem Auslandshund ein neues Zuhause zu geben. Ein Hund aus dem Ausland, hatte in den meisten Fällen, noch niemals seine eigene Familie, daher möchte ich Ihnen gerne ein paar Tipps und Informationen geben, wenn Ihr neuer Weggefährte bei Ihnen eingezogen ist.“

Zeit und Geduld, lasst uns ankommen

Das, was wir jetzt brauchen ist Zeit und Geduld. Wir kommen aus einem anderen Land und waren viele Stunden im Auto und im Flugzeug unterwegs. Auf einmal sind Menschen um uns herum, die wir noch niemals zuvor gesehen haben. Die Sprache, die Gesten und auch die Gerüche sind uns völlig fremd. Wir wissen nicht was man mit uns vorhat, wohin man uns bringt. Bitte haben Sie mit uns Geduld und geben Sie uns die Zeit die wir brauchen, um in unserem neuen Zuhause „anzukommen“. Das kann mitunter schon ein paar Monate dauern bis wir soweit sind, geben Sie uns daher nicht auf. Mit Ihrer Unterstützung und Geduld werden wir schon bald erkennen, dass wir nichts Böses mehr zu befürchten haben. Die meisten von uns haben eine sehr traurige Vergangenheit. Wir wurden von Menschen geschlagen, getreten und verstoßen. Man warf Gegenstände nach uns, da wir die Menschen störten und ihnen lästig waren. Deshalb bitte ich Sie, denken Sie daran, dass wir vor hektischen Bewegungen oder lauten Geräuschen, die mit Ihren Augen gesehen eher belanglos sind, erschrecken und Angst haben können. Auch wenn wir irgendwann erkannt haben, dass es die Menschen hier gut mit uns meinen, lässt sich unsere Vergangenheit nicht so schnell aus unseren Köpfen verbannen. Einem Menschen kann man erklären, wenn ihm etwas Neues bevorsteht…ein Tier muss erst lernen es zu verstehen.

Wenn wir am Anfang zurückhaltend sind

Viele meiner Hundefreunde sind am Anfang fremden Menschen gegenüber zurückhaltend. Das führt daher, dass wir auf der Straße lebten und auf uns alleine gestellt waren. Eine eigene Familie hatten wir nicht. Gerade deshalb, brauchen diese Hunde von Ihnen Sicherheit. Zeigen Sie Ihrem neuen Weggefährten, dass er Ihnen vertrauen kann. Dies jedoch, kann einige Zeit dauern. Geben Sie Ihren neuen Weggefährten nicht sofort auf, wenn der Umgang mit ihm nicht gleich so funktioniert wie Sie es sich vorstellen. Zeigen sie ihm, auf eine liebevolle aber konsequente Art, das Sie der Rudelführer sind und er sich auf Ihre sichere Führung verlassen kann.

Ein Platz für uns alleine

Bisher hatten wir in unserem Leben keinen besonderen oder bestimmten Wohnplatz. Dort wo wir uns gerade aufhielten, legten wir uns zum Schlafen nieder. Deshalb ist es wichtig, dass Sie uns zeigen, wo sich in unserem neuen Zuhause „unser“ Platz befindet. Weiche Decken oder ein kuscheliges Körbchen kannten wir bisher nicht. Daher kann es etwas dauern, bis wir verstehen, dass diese schönen Dinge für uns gedacht sind. Verweisen Sie uns immer konsequent auf „unseren“ Platz und Sie werden sehen, nach kurzer Zeit haben wir es verstanden. Es wird jedoch nicht lange dauern, wo wir versuchen werden, das Menschen-Sofa oder das Menschen-Bett in Beschlag zu nehmen. Hierbei müssen Sie ebenfalls konsequent sein und uns immer wieder auf „unseren“ Platz verweisen. Wir lernen zwar sehr schnell, aber unser Atem kann lange sein, wenn wir unseren Dickkopf durchsetzten möchten um das Sofa in Beschlag zu nehmen.

Das Verhalten im Haus, in der Wohnung

Sicherheit und Geborgenheit, das sind Dinge, von denen wir bisher nur geträumt haben. Daher bitte ich Sie, seien Sie etwas nachsichtig, wenn wir nicht gleich verstehen, das ein Wohnzimmerteppich nicht dazu geeignet ist, sein „Geschäft“ darauf zu verrichten oder wenn wir Gegenstände anbeißen, die eigentlich nicht für uns bestimmt sind. Gehen Sie mehrmals am Tag mit uns hinaus und loben Sie uns, wenn wir dort unser Geschäft verrichten. Bitte bestrafen Sie Ihren Hund nicht, indem Sie seine Nase in den Urin halten. Gerade die Nase ist eines der empfindlichsten und wichtigsten Sinnesorgane beim Hund. Ihnen würde es sicher auch nicht gefallen, wenn man Ihre Nase in den Urin halten würde. Mit Hundespielzeug, das nur für uns gedacht ist können wir toben, es anknabbert, verstecken und mit Ihnen die Kräfte messen. Es kann etwas dauern bis wir die Hausordnung verstanden haben, aber mit Geduld und Verständnis werden wir diese sicher schnell begreifen.

Wenn wir alleine bleiben sollen

Eine Familie hatten wir bisher nicht, daher genießen wir es, wenn Sie um uns herum sind. Müssen wir einmal alleine Zuhause bleiben, weil Sie andere Dinge zu erledigen haben, versuchen wir natürlich alles, um Sie bei uns zu halten. Mit weinen (winseln, jaulen) drücken wir aus, das wir uns einsam und verloren fühlen. Aber auch das lernen wir mit etwas Übung. Am besten ist es, wenn Sie mit dem Üben gleich damit beginnen, wenn Ihr neuer Weggefährte bei Ihnen eingezogen ist. So lernt er gleich von Beginn an, das er einmal für kurze Zeit alleine bleiben muss. Ziehen Sie die Zeitabstände des „alleine sein“ langsam in die Länge, so lernt Ihr neuer Weggefährte in kleinen Schritten, das dies überhaupt nicht schlimm ist.

Wie lautete mein Name doch gleich wieder? Aus, Nein oder Pfui?

Aus, Nein und Pfui das sind Worte, die in den nächsten Worten öfters fallen werden. Aufgrund dessen wird Ihr neuer Hundefreund annehmen, das dies seine Namen sind. Wir Hunde verstehen am besten kurze und knappe Worte/Kommandos. Es bringt nichts wenn Sie uns mit vielen und langen Sätzen erklären wollen, dass das, was wir gerade tun oder gemacht haben, falsch ist. Wenn wir draußen ein übelriechendes, nicht mehr identifizierendes Etwas finden, ist es besser, wenn uns mit Aus oder Pfui gezeigt wird, das Sie über unseren Fund nicht so erfreut sind wie wir. Das Wort „Nein“ wird eines Ihrer Hauptwörter werden.

Gassi gehen

Bisher liefen wir immer so durch die Straßen wie es unserer Nase gefiel. Ein bisschen hier geschnuppert, ein bisschen dort geschnuppert. Jetzt gehen wir zusammen mit unserer neuen Familie spazieren und natürlich werden einige von uns versuchen, ihren Willen durchzusetzen, um zu testen, wer letztendlich das Sagen an der Leine hat. Auch hier ist es wichtig das nur kurze Worte/ Kommandos fallen. Wiederholen Sie die Kommandos die Sie uns geben, immer wieder und belohnen Sie uns mit etwas Leckerem, wenn wir den Kommandos folgen.

Freilauf

Auch wenn Sie denken, Sie kennen Ihren neuen Weggefährten schon sehr gut, ist es jedoch zu empfehlen lieber etwas länger mit dem Freilauf zu warten, als das Ihr Hund davonläuft und evtl. von einem Auto erfasst und getötet wird. Am besten ist es, Sie kaufen für uns am Anfang eine Schleppleine damit wir auf einer Wiese in einem größeren Umkreis besser die Umgebung beschnuppern können. Wir müssen uns erst an Sie, Ihre Stimme und die neue Umgebung gewöhnen. Ein zu frühes ohne Leine laufen lassen, würde unser Leben gefährden, da wir uns erschrecken und flüchten könnten. Ein Besuch in einer Hundeschule, um einen soliden Grundstein in den Grundkommandos zu legen, ist allen Familien anzuraten. Zwar wissen erfahrene Hundebesitzer wie sie Ihren neuen Weggefährten all das beibringen, jedoch schadet ein kleiner Auffrischungskurs sicher nicht. Hundeanfängern ist dringend anzuraten, eine Hundeschule zu besuchen! In einer Hundeschule wird Ihnen unter Aufsicht und Anweisung die Regeln des „Stressfreien Gassi gehen“ beigebracht und sie erhalten wertvolle Tipps die Sie beim Umgang mit Ihrem Hund beachten müssen.

Fütterung – Hundegerecht

Regelmäßiges und Hundegerechtes Futter gab es für uns bisher nicht. Das was wir fanden, das fraßen wir. Erst im Auffanglager bekamen wir das erste Mal genügend Futter zu fressen. Dosenfutter haben wir nur sehr selten bekommen, daher ist es wichtig, das Sie darauf achten, uns nicht mit diesem alleine auffüttern. Es kann unter Umständen passieren, das meine Hundekumpels mit massiven Durchfall darauf reagieren. Der Darm braucht Zeit, um sich auf das neue Futter umzustellen. Am besten vertragen wir Trockenfutter oder Müsli. Bitte füttern sie uns am Anfang nur mit diesem. Wenn wir zusätzlich Dosenfutter bekommen, ist es wichtig, langsam und in kleinen Mengen mit der Fütterung zu beginnen. Mischen Sie zu Beginn nur eine kleine Menge Dosenfutter unter das Trockenfutter. Wenn wir das einige Tage gut vertragen, können sie die Menge immer mehr erhöhen. Bitte achten Sie auch darauf, das Sie nicht ständig die Futtermarke/ Sorte wechseln, denn bei jedem Futterwechsel, muss sich unser Darm wieder neu umstellen. Wenn uns eine Futtersorte schmeckt und wir es gut vertragen, können wir dieses Futter problemlos ein ganzes Hundeleben lang fressen.

Dein Essen ist nicht mein Essen

Ein herzzerreißender Blick kann alle guten Vorsätze zunichte machen. Wenn die Menschen zu Tisch sitzen und essen, möchten wir natürlich auch etwas davon abhaben. Aber: Bitte geben Sie uns kein Essen vom Tisch, denn wenn Sie uns das angewöhnen, werden wir sehr lästig sein und immer etwas von Ihnen fordern. Auch wenn es schwer sein wird unseren herzzerreißenden Blick zu widerstehen, so müssen Sie sich bewusst sein, das dies eine Unart ist und hat sie erst einmal begonnen, wird es schwer werden, uns das wieder abzugewöhnen. Wenn wir am Tisch betteln, verweisen Sie uns auf unseren Platz. Natürlich werden wir nach kurzer Zeit wieder am Tisch stehen, daher müssen Sie konsequent sein und uns immer wieder zu unseren Platz zurückschicken. Seien Sie sich auch bewusst, dass das Essen der Menschen nicht für uns Hunde gedacht ist. Die Speisen sind gewürzt, daher richten bei uns eher einen Schaden an, als das sie uns gut tun. Merken Sie sich einfach: „Das was Ihnen schmeckt ist noch lange nicht das Richtige für Ihren Hund.“