Ich war Flugpate

Hallo, mein Name ist Sandra und ich wollte euch erzählen, wie ich meinen eigenen Hund Ponto, meinen Pflegehund Chance und die bereits vermittelte Chica selbst in Portugal abgeholt habe.
Die Reise beginnt
Mein Flug sollte am 03. Februar 2013 um 13 Uhr von München aus losgehen. Wie so oft aber, gleich zum Anfang eine Panne. Wir durften um kurz vor 13 Uhr in den Flieger einsteigen, aber es ging nicht los.
Nach einer dreiviertel Stunde Wartezeit kam die Durchsage: „Aus technischen Gründen müssen wir wieder aussteigen.“ Also erst mal warten. Ich dachte mir nur: „Lieber die Panne jetzt, als auf dem Rückflug mit 3 Hunden.“
Natürlich habe ich sofort meinen Mädels von der Pfotenhilfe Bescheid gesagt, dass es etwas später wird. Um 16 Uhr dann endlich die Mitteilung: „Alles wieder in Ordnung, um 17 Uhr können wir starten.“ Also ging es um 17 Uhr auf Richtung Lissabon.
Das Abenteuer Portugal konnte beginnen.
Ankunft in Portugal
Nach der Landung in Lissabon habe ich mir ein Taxi genommen und bin damit zum Busbahnhof gefahren. Der nette Taxifahrer hat mir erklärt, wo ich ein Ticket kaufen konnte. Also schnell ein Ticket nach Marinha Grande gekauft, und schon bin ich im Bus zu Luciá gesessen.
Dank der super Wegbeschreibung von Mirka war das alles überhaupt kein Problem. Nach fast zwei Stunden Fahrt wurde ich dort auch schon von Luciá und Magda von APAMG erwartet.
Magda hat uns mit ihrem Auto zu Luciá gefahren, wo Luciás Mann bereits für uns gekocht hatte. Nach einem guten Abendessen und sehr viel Gequatsche mit Luciá bin ich erst mal todmüde ins Bett gefallen.
Mein Pflegehund Chance
Am nächsten Tag bin ich dann nachmittags mit Luciá in die Tötung gegangen. Dort habe ich als erstes meinen Pflegehund Chance kennengelernt.
Der süße, kleine Chance musste auf einer Palette, auf der eine Hundehütte stand, leben. Er hing an einer circa einen Meter langen Kette. Der arme Kerl. Aber er musste ja nur noch einen Tag aushalten.
🐾 Die Hunde sollten wenigstens für einen Moment die Freiheit genießen können.
Luciá und ich sollten für Sigi Fotos machen. Also haben wir uns jeden Hund, der an der Kette hing, genommen und sind mit ihnen eine kleine Runde spazieren gegangen.
Die Hunde haben sich sehr gefreut, einmal von der Kette zu kommen. Keiner von ihnen war aggressiv, im Gegenteil, alle waren sehr nett und verschmust.
Wir haben uns einen Baum gesucht und von jedem Fotos für die Homepage gemacht. Am liebsten hätte ich sie alle mitgenommen. Aber das ging ja leider nicht.
Nach den Kettenhunden sind dann noch die Hunde in den Zwingern zum Fotoshooting gekommen. Jeden einzelnen haben wir dann noch fotografiert.
Am Abend haben wir dann die ganzen Fotos auf Facebook gepostet. Das war unser Geburtstagsgeschenk für Sigi, die in Deutschland das alles am PC verfolgte.
Ponto, Chance und Chica
Am Dienstagvormittag ist dann endlich mein Ponto gebracht worden. Er wurde vor circa zwei Jahren von einem Auto angefahren und lebte seitdem bei Tanja in Leiria.
Wir hatten den ganzen Dienstag Zeit, uns kennenzulernen, bevor am Abend zwei Mitarbeiter von APAMG dann Chance und Chica aus der Tötung gebracht haben.
Die beiden mussten die Nacht in Luciás Garten verbringen, da wir am nächsten Morgen bereits um 4 Uhr aufbrechen mussten. Die arme Luciá hatte auf einmal drei Hunde mehr im Haus!
Aufbruch nach Lissabon
Am Mittwoch sind wir dann um 4 Uhr von Vilma und einem Fahrer abgeholt worden. Die Hunde wurden in ihre Transportboxen gebracht und wir sind mit einem gemieteten Kleinbus nach Lissabon gefahren.
Die Fahrt war sehr ruhig, nur die junge Chica hat sich etwas aufgeregt und ein paarmal gebellt.
Am Flughafen
Jetzt wurde es ernst: Drei Hunde sollten gemeinsam mit mir den Rückflug nach Deutschland antreten.
Am Flughafen haben wir die Hunde auf Kofferwagen gepackt und sind zum Check-in-Schalter gegangen. Dort wurden wir bereits von einem Mitarbeiter des Flughafens erwartet, der uns zu einem Schalter brachte, der nur für uns reserviert war.
Unsere Hunde waren ja bereits für den Flug angemeldet und das Flughafenpersonal wusste bereits Bescheid. Vilma hat alles Schriftliche erledigt, ich musste mich um nichts kümmern. Ich war erstaunt, wie toll das alles funktionierte.
Nach dem Check-in von mir und den Hunden mussten wir noch die Frachtkosten für die Hunde bezahlen. Auch das ging mit Vilmas Hilfe ganz schnell.
Also weiter zum Durchleuchten der Transportboxen. Erst hier wurden die Hunde aus den Boxen gelassen und bekamen noch mal etwas zu trinken.
Die drei Fellnasen waren eigentlich sehr ruhig, nur Chica hatte einen kleinen „Unfall“, da sie etwas Durchfall hatte.
Nachdem die Boxen kontrolliert waren, durften wir in den hinteren Bereich des Flughafens, wo ein Zollbeamter die Hunde noch mal kontrolliert hat und sie wieder in die Boxen mussten.
Vilma ist bei den Hunden geblieben, bis diese Richtung Flugzeug gefahren wurden. Ich bin derweil zu meinem Abfluggate geeilt, damit auch ich den Flieger noch rechtzeitig erreiche.
„Sind meine Hunde auch wirklich an Bord?“
Beim Einsteigen ins Flugzeug erkundigte ich mich sofort bei einem Steward. Super – alles gut gegangen!
Ankunft in München
Wir sind relativ pünktlich von Lissabon gestartet und hatten Gott sei Dank einen sehr ruhigen Flug mit wenig Turbulenzen.
Nach einer sanften Landung in München bei strahlendem Sonnenschein bin ich schnell zur Kofferausgabe. Auch dort musste ich nur gute fünf Minuten auf meinen Koffer warten.
Ein freundlicher Mitarbeiter des Flughafens hat mir dann gezeigt, wo ich die Hunde abholen kann. Und da waren sie auch schon. Als erster kam unser Ponto raus und dann auch gleich die anderen beiden.
Super, alles gut gegangen – mir fiel ein ganzer Sack Steine vom Herzen.
Nun brauchte ich nur noch einen Transportwagen, der uns alle wieder nach draußen bringen würde. Nach ein paar Minuten warten kam er, wir luden die Hunde auf und machten uns auf den Weg zum Zoll.
Die letzte Hürde. Aber auch hier überhaupt kein Problem. Die Zollbeamten waren alle sehr nett, haben die Impfpässe und die Mikrochips kontrolliert und schon waren wir auf dem Weg in die Freiheit.
Draußen wurden wir schon sehnsüchtig von Chicas neuem Besitzer und natürlich vom Pfotis-Team erwartet.
Auf dem Parkplatz wurden unsere Fellnasen dann erst mal rausgelassen, damit sie sich die Pfoten vertreten und etwas trinken konnten.
Die drei waren gut in Deutschland gelandet, die Freude war bei allen sehr groß.
Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir mit unseren beiden Hunden wieder nach Hause.
Das Abenteuer Portugal war zu Ende – und meine beiden Fellnasen konnten nun ein schöneres Leben in Deutschland genießen.