🐾 Willkommen im neuen Zuhause
Tipps für Neuankömmlinge

Schön, dass du da bist!

 

Hallo, mein Name ist Rio und ich danke dir, dass du dich entschieden hast, einem Auslandshund ein neues Zuhause zu geben. Ein Hund aus dem Ausland hatte in den meisten Fällen noch niemals seine eigene Familie. Daher möchte ich dir gerne ein paar Tipps und Informationen geben, wenn dein neuer Weggefährte bei dir eingezogen ist.

Unser wichtigster Tipp:
Gib deinem neuen Weggefährten Zeit, Geduld und Sicherheit. Viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind, sind für einen Hund aus dem Ausland völlig neu.

Zeit und Geduld – lasst uns ankommen

Das, was wir jetzt brauchen, ist Zeit und Geduld. Wir kommen aus einem anderen Land und waren viele Stunden im Auto und im Flugzeug unterwegs. Auf einmal sind Menschen um uns herum, die wir noch niemals zuvor gesehen haben. Die Sprache, die Gesten und auch die Gerüche sind uns völlig fremd.

Wir wissen nicht, was man mit uns vorhat, wohin man uns bringt. Bitte hab mit uns Geduld und gib uns die Zeit, die wir brauchen, um in unserem neuen Zuhause „anzukommen“. Das kann mitunter schon ein paar Monate dauern. Gib uns daher nicht auf.

Mit deiner Unterstützung und Geduld werden wir schon bald erkennen, dass wir nichts Böses mehr zu befürchten haben. Die meisten von uns haben eine sehr traurige Vergangenheit. Wir wurden von Menschen geschlagen, getreten und verstoßen. Deshalb bitte ich dich, denk daran, dass wir vor hektischen Bewegungen oder lauten Geräuschen erschrecken und Angst haben können.

Einem Menschen kann man erklären, wenn ihm etwas Neues bevorsteht – ein Tier muss erst lernen, es zu verstehen.

Wenn wir am Anfang zurückhaltend sind

Viele meiner Hundefreunde sind am Anfang fremden Menschen gegenüber zurückhaltend. Das führt daher, dass wir auf der Straße lebten und auf uns alleine gestellt waren. Eine eigene Familie hatten wir nicht. Gerade deshalb brauchen diese Hunde deine Sicherheit.

Zeig deinem neuen Weggefährten, dass er dir vertrauen kann. Dies jedoch kann einige Zeit dauern. Gib deinen neuen Weggefährten nicht sofort auf, wenn der Umgang mit ihm nicht gleich so funktioniert, wie du es dir vorstellst.

Zeig ihm auf eine liebevolle, aber konsequente Art, dass du die sichere Führung übernimmst und er sich auf dich verlassen kann.

Rio
🐾 Rio

Ein Platz für uns alleine

Bisher hatten wir in unserem Leben keinen besonderen oder bestimmten Wohnplatz. Dort, wo wir uns gerade aufhielten, legten wir uns zum Schlafen nieder.

Deshalb ist es wichtig, dass du uns zeigst, wo sich in unserem neuen Zuhause „unser“ Platz befindet. Weiche Decken oder ein kuscheliges Körbchen kannten wir bisher nicht. Daher kann es etwas dauern, bis wir verstehen, dass diese schönen Dinge für uns gedacht sind.

Verweise uns immer konsequent auf „unseren“ Platz und du wirst sehen, nach kurzer Zeit haben wir es verstanden. Es wird jedoch nicht lange dauern, bis wir versuchen werden, das Menschen-Sofa oder das Menschen-Bett in Beschlag zu nehmen.

Wir lernen zwar sehr schnell, aber unser Atem kann lange sein, wenn wir unseren Dickkopf durchsetzen möchten, um das Sofa in Beschlag zu nehmen.

Das Verhalten im Haus, in der Wohnung

Sicherheit und Geborgenheit, das sind Dinge, von denen wir bisher nur geträumt haben. Daher bitte ich dich, sei etwas nachsichtig, wenn wir nicht gleich verstehen, dass ein Wohnzimmerteppich nicht dazu geeignet ist, unser „Geschäft“ darauf zu verrichten oder wenn wir Gegenstände anbeißen, die eigentlich nicht für uns bestimmt sind.

Geh mehrmals am Tag mit uns hinaus und lobe uns, wenn wir dort unser Geschäft verrichten. Bitte bestrafe deinen Hund nicht, indem du seine Nase in den Urin hältst.

Mit Hundespielzeug, das nur für uns gedacht ist, können wir toben, daran knabbern, es verstecken und mit dir die Kräfte messen. Es kann etwas dauern, bis wir die Hausordnung verstanden haben, aber mit Geduld und Verständnis werden wir diese sicher schnell begreifen.

Wenn wir alleine bleiben sollen

Eine Familie hatten wir bisher nicht, daher genießen wir es, wenn du um uns herum bist. Musst du einmal alleine Zuhause bleiben, weil du andere Dinge zu erledigen hast, versuchen wir natürlich alles, um dich bei uns zu halten.

Mit Weinen, Winseln oder Jaulen drücken wir aus, dass wir uns einsam und verloren fühlen. Aber auch das lernen wir mit etwas Übung.

Am besten ist es, wenn du mit dem Üben gleich beginnst, wenn dein neuer Weggefährte bei dir eingezogen ist. Zieh die Zeitabstände des „Alleineseins“ langsam in die Länge. So lernt dein neuer Weggefährte in kleinen Schritten, dass dies überhaupt nicht schlimm ist.

Wie lautete mein Name doch gleich wieder? Aus, Nein oder Pfui?

Aus, Nein und Pfui – das sind Worte, die in den nächsten Wochen öfter fallen werden. Aufgrund dessen wird dein neuer Hundefreund vielleicht annehmen, dass dies seine Namen sind.

Wir Hunde verstehen am besten kurze und knappe Worte beziehungsweise Kommandos. Es bringt nichts, wenn du uns mit vielen und langen Sätzen erklären willst, dass das, was wir gerade tun oder gemacht haben, falsch ist.

Das Wort „Nein“ wird eines deiner Hauptwörter werden.

Gassi gehen

Bisher liefen wir immer so durch die Straßen, wie es unserer Nase gefiel. Ein bisschen hier geschnuppert, ein bisschen dort geschnuppert.

Jetzt gehen wir zusammen mit unserer neuen Familie spazieren und natürlich werden einige von uns versuchen, ihren Willen durchzusetzen, um zu testen, wer letztendlich das Sagen an der Leine hat.

Auch hier ist es wichtig, dass nur kurze Worte und Kommandos fallen. Wiederhole die Kommandos, die du uns gibst, immer wieder und belohne uns mit etwas Leckerem, wenn wir den Kommandos folgen.

Freilauf

Auch wenn du denkst, du kennst deinen neuen Weggefährten schon sehr gut, ist es jedoch zu empfehlen, lieber etwas länger mit dem Freilauf zu warten, als dass dein Hund davonläuft und eventuell von einem Auto erfasst und getötet wird.

⚠️ Ein zu frühes Laufen ohne Leine kann das Leben deines Hundes gefährden, da er sich erschrecken und flüchten könnte.

Am besten ist es, du kaufst für uns am Anfang eine Schleppleine, damit wir auf einer Wiese in einem größeren Umkreis die Umgebung beschnuppern können. Wir müssen uns erst an dich, deine Stimme und die neue Umgebung gewöhnen.

Ein Besuch in einer Hundeschule, um einen soliden Grundstein in den Grundkommandos zu legen, ist allen Familien anzuraten. Wenn du Hundeanfänger bist, ist dir dringend anzuraten, eine Hundeschule zu besuchen!

Fütterung – Hundegerecht

Regelmäßiges und hundegerechtes Futter gab es für uns bisher nicht. Das, was wir fanden, das fraßen wir. Erst im Auffanglager bekamen wir das erste Mal genügend Futter zu fressen.

Der Darm braucht Zeit, um sich auf das neue Futter umzustellen.

Am besten vertragen wir Trockenfutter oder Müsli. Bitte füttere uns am Anfang nur damit. Wenn wir zusätzlich Dosenfutter bekommen, ist es wichtig, langsam und in kleinen Mengen mit der Fütterung zu beginnen.

Bitte achte auch darauf, dass du nicht ständig die Futtermarke oder Sorte wechselst, denn bei jedem Futterwechsel muss sich unser Darm wieder neu umstellen.

Dein Essen ist nicht mein Essen

Ein herzzerreißender Blick kann alle guten Vorsätze zunichtemachen. Wenn die Menschen zu Tisch sitzen und essen, möchten wir natürlich auch etwas davon abhaben.

Aber: Bitte gib uns kein Essen vom Tisch.

Wenn du uns das angewöhnst, werden wir sehr lästig sein und immer etwas von dir fordern. Auch wenn es schwer sein wird, unserem herzzerreißenden Blick zu widerstehen, so musst du dir bewusst sein, dass dies eine Unart ist und es schwer werden kann, sie wieder abzugewöhnen.

Wenn wir am Tisch betteln, verweise uns auf unseren Platz. Natürlich werden wir nach kurzer Zeit wieder am Tisch stehen, daher musst du konsequent sein und uns immer wieder zu unserem Platz zurückschicken.

Merke dir einfach:

„Das, was dir schmeckt, ist noch lange nicht das Richtige für deinen Hund.“
🐾 ❤️ 🐾

Willkommen im neuen Leben!

Mit Geduld, Verständnis, Konsequenz und ganz viel Liebe wird aus einem ängstlichen oder unsicheren Neuankömmling schon bald ein glücklicher Familienhund.

Danke, dass du einem Tierschutzhund eine Chance gibst.